Open Robe 18Jh. – Die Robe Teil 1

Das Futter zu erstellen, war eine Leichtigkeit. Aber es muss perfekt (und ich meine PERFEKT!) auf den Körper inklusive Schnürbrust passen!
Lieber zig mal anziehen und umstecken, als einen Zentimeter zu viel Luft am Rücken zu haben! An der Puppe sieht es locker aus, denn sie hat die Schnürbrust nicht an, doch an mir sitzt das Ding wirklich passgenau.

 

Robe_Futter
Dies und alles Weitere ist ohne die Schnürbrust nicht machbar. Es ist von höchster Wichtigkeit alles auf das Mieder anzupassen. Man sieht es allerdings auf keinem Foto, da ich die Puppe nur zum Stecken benutzt habe. Zwischendurch habe ich jedes Teil sehr viele Male mal an mir selbst anprobiert, während ich das Mieder trug. Damit wollte ich sichergehen, dass es MIR passt, und nicht der Puppe. Denn die Puppe kann sich nicht durch das Mieder verändern, mein Körper schon! Und die Körperform verändert sich gewaltig! Der Übergang von Bauch zu Brust ist gerade. Auch die Taille ist gerade. Mit weiblichen Kurven war da nicht viel (bis auf die, die oben rauslugen 🙂 ) Was ich allerdings vor lauter anpassen vermasselt habe, ist dass ich die Rückennaht falsch herum gesteppt habe… naja… sieht man ja eh nicht 🙂

Und hier beginnt der kniffligere Teil.

Erst einmal braucht man viel Platz, um die Stücke zuzuschneiden, denn dabei wird sowohl jeweils die Hälfte des Rückenteils, als auch des oberen Rocks an einem Stück erstellt. Dabei orientiert man sich an der Länge des “Unterrocks”.
Das sieht erstmal seltsam aus, macht aber tatsächlich Sinn 🙂

 

Robe1

 

Dieses Stück Stoff wird demnach 2-fach spiegelverkehrt ausgeschnitten und in der Mitte des Rückens zusammen genäht. Danach kommt der besagte kniffelige Part: die Falten am Rücken setzen.
Wieder einmal bin ich sehr, sehr glücklich, dass ich eine Puppe habe! Die Stücke müssen so auf das Futter gesetzt werden, dass sie an den äußeren Nähten exakt auf das Futter passen. Dann wird die Mitte in Falten geschlagen.

 

Robe3

 

Ich habe das meeehrmals umjustiert, bis ich einigermaßen zufrieden war (und dabei natürlich wieder jedes Mal an mir selbst anprobiert). Sie sind leider nicht ganz symmetrisch geworden, aber man lebt, man lernt.
Anschließend wurden sie festgesteppt. Vorbei mit den Korrekturen….

 

Robe4

 

Hier sieht man auch gut, was mit dem Rock passiert, der da bisher störender Weise rumgebaumelt hat (deshalb ist die Puppe toll, einfach mit Nadeln an ihr fixieren. Das macht vieles leichter!) Aber dazu komme ich später.

Vorher kommt das vordere Stück des Oberteils dran. Dieses ist auch wieder viel breiter als der Körper, da die sogenannten Robings gefaltet werden müssen. Bevor das passiert kommt noch ein Brust-Abnäher dazu. Hab ich auch noch nie vorher gemacht. Ganz wichtig dabei ist, dass man außen am breiten Ende anfängt zu nähen und unten in der Spitze ausreichend Faden über lässt, dass man einen Knoten binden kann. Die Abnäher habe ich dann Richtung Brust umgebügelt.

 

Robe5

Abnäher von außen und von innen

Auch bei dem Frontteil muss das Stück exakt auf das Futter angepasst und die Robings in Falten gelegt werden. Nun sieht man auch, was mit den Rockteilen passiert. Diese werden ebenfalls in Falten gelegt und an das Oberteil angepasst, sodass vorne eine Öffnung entsteht, durch die der untere Rock sichtbar wird.

 

Robe6

 

Die Schleife, die auf dem Bild hervorlugt, ist Bestandteil des Hüftpolsters. Bisher sind die in Form gebügelten Robings und die Falten vom Rock erst mal nur an der Puppe festgesteckt.
Bald geht es weiter!

 

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One Response so far...

  1. Sonja says:

    Chapeau! Das sieht toll aus. Bin soooo gespannt auf das Gesamtwerk… 😊

Comments

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