Open Robe 18Jh. – Schnürbrust Teil 1

Jetzt habe ich wieder mal sehr lange keine Projekte veröffentlicht. Nicht, dass es keine gegeben hätte,… ich habe sie nur nicht dokumentiert. Aber dieses ist die zusätzliche Mühe wert, denn es ist ein Monster-Projekt 🙂

Zu meinem Geburtstag habe ich einen dicken Gutschein für einen Stoffladen geschenkt bekommen, der mir ermöglicht hat, hierfür ausgiebig shoppen zu gehen. Ein großes Dankeschön nochmals an meine tollen Freunde und Kollegen! 😀

Ich verzichte auch mittlerweile auf die englische Sprache, denn es fällt mir deutlich leichter, wenn ich Begriffe verwenden kann, die mir geläufig sind.

Das Thema meines neuen Projektes ist Frankreich Mitte des 18. Jahrhunderts: eine “Open Robe”. Ich werde das erste Mal mit einem bestehendem Schnittmuster arbeiten, welches ich von neheleniapatterns erworben habe.


openrobe_fb

Klick führt zum Shop

Als Unterkonstruktion setzt das Kleid allerdings eine Schnürbrust voraus, was in unserer heutigen Zeit nicht einfach in einem Unterwäscheladen gekauft werden kann. Sprich: auch dies muss ich selbst herstellen.

Damit komme ich also zu meinem ersten Teil des Kleides: der Schnürbrust. Das Schnittmuster dafür habe ich bei marquise kostenlos ergattert (Diese Seite ist im Übrigen eine sehr, sehr empfehlenswerte Seite, wenn man sich für historische Kostüme interessiert – vor allem weibliche). Das Originalbild ist sehr klein, doch glücklicherweise verfüge ich ja über fundierte Photoshopkenntnisse, mit denen ich das Bild auf die richtige Größe hoch skaliert und die einzelnen A4-Ausdrucke zusammengeklebt habe.

schnuerbrust_vorlage

Klick führt zur Seite der Marquise

Da der Stoff für den Innenteil extrem robust, strapazierfähig und möglichst dick sein muss und mir Authentizität völlig egal ist – da ich larpe und kein Reenactment mache – habe ich mich für Bibernylon entschieden. Für die äußere Lage habe ich noch hübschen Baumwollstoff mit dezentem Blumenmuster übrig und das Futter wird aus unbehandelter Baumwolle gefertigt.

Hier sieht man die beiden inneren Lagen, auf denen ich bereits die Linien für die Fischbeinstäbe eingezeichnet habe.

Schnuerbrust1

Klick für größeres Bild

Ich habe Plastikfischbein in 10mm Breite gewählt, aber eine Kollegin hat in ihrer Nähkiste noch fast antike Miederstäbchen aus Metall ihrer Oma gefunden und mir netterweise zur Verfügung gestellt 😀
Diese werde ich in dem vorderen Teil integrieren, da der besonders fest sitzen soll.

Hier ist der erste Rückenteil mit Stäbchen versehen. Es hat nicht ganz so gut funktioniert, wie erhofft. Der Stoff ist mir leicht verzogen dabei. Aber es ist auch nicht so schlecht geworden, wie meine schlimmste Vorstellung 🙂

Schnuerbrust2

Klick für größeres Bild

 Und auch hier habe ich ganz unhistorisch eine Nähmaschine verwendet 😉 Dabei habe ich ein Stück Fischbein genommen, was länger war, als der Stoff, es mit Stecknadeln fixiert und mit der Maschine drumherum genäht. Dabei am unteren Ende mehrmals hin und her gefahren, damit sich das Garn nicht so leicht durchreibt. Anschließend herausgezogen und für den nächsten Tunnel verwendet. Den Ratschlag habe ich in einer Anleitung gelsen und halte ihn für sehr sinnvoll, da man ohne Stäbchen deutlich besser mit dem Stoff unter der Maschine rangieren kann. Eines habe ich allerdings versehentlich festgenäht und bin erstaunt, wie viel meine Maschine aushält, ohne eine Nadel zu zerbrechen.

 

FacebookTwitterGoogle+Share

One Response so far...

  1. Mica says:

    Das schaut nach Arbeit aus! Wenn ich überlege, dass das früher alles auch noch per Hand genäht werden musste… Schon mit der Maschine ist es mäßig zu tun.
    Ich finde es bewunderns , dass Du dich an so ein Projekt herantraust und bin sehr gespannt, was Du dabei für Erfahrungen machst und wie es am Ende ausschauen wird 🙂
    LG!

Comments

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *